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Arbeitsanweisung
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Technik

Dauerhafte Verkehrsflächen mit Betonopflastersteinen und Betonplatten



8 Arbeitsschritte zur Erstellung dauerhafter Verkehrsflächen:



  1. Bestimmung der Bauklasse in Abhän- gigkeit der Verkehrsbelastungszahl. Für PKW-Auffahrten, Terassenanla- gen, Innenhöfe und Gewege ist die  Bauklasse VI Zeile 5 (<Bauklassen für Fahrbahnen>) bestens geeignet, es sei denn, die örtlichen Gegebenheiten oder der Architekt verlangen eine andere Bauklasse.Der Bodenaustausch ist nach der Tabelle Bauweisen für den Oberbau vozunehmen. Im Obigen Beispiel also 26 cm.


  2. Herstellung des Unterbaues.
    Bei frostsicheren Untergründen kann auf eine Frostschutzschicht verzichtet werden, bei frostempfindlichen Untergründen ist zusätzlich eine Frostschutz- schicht (im obigen Beispiel von ca. 40 cm) einzubringen und sorgfältig zu verdichten. Der Untergrund/Unterbau muß dauerhaft standfest sein und daher hinreichend verdichtet werden.


  3. Randeinfassung

    Betonpflasterdecken benötigen eine dem Verwendungszweck angepasste Randeinfassung. Sie sollte vor Herstellung der Tragschicht gesetzt werden. Die Aufgabe der Randeinfassungen besteht darin, Verschiebungen im Randbereich während der Nutzung zu verhindern.
    Als Einfassungselemente werden Bord und Einfassungssteine aus Beton, Betonwerkstein oder Granit eingesetzt. Kleinpalisaden sind ebenfalls gut ge- eignet, insbesondere dort wo enge Kurven gestaltet werden müssen.  Randeinfassungen sollten stets in Beton gesetzt werden, damit die nötige Stabilität gewährleistet werden kann. Die Abbildung zeigt ein Beispiel der Randeinfassung mit Multibordern Typ15












    Hinweis:
    Wir empfehlen den genauen Abstand der Randeinfassung durch das Auslegen von einigen Reihen des Pflasters, unter Berück- sichtigung der 3 mm Fugen  zu ermitteln. Auf diese Weise können unnötige und teure Schneidearbeiten verhindert werden.



  4. Herstellung der Tragschicht (Oberbau)
    Nach dem Setzen der Randeinfassung kann der Oberbau also die Tragschicht lagenweise eingebaut und bis zur Standfestigkeit verdichten werden. Besondere Sorgfalt ist bei der Planebenheit der Tragschicht erforderlich, um spätere Verformungen an der Pflasterdecke zu vermeiden. Bei der letzten Lage der Tragschicht ist das geforderte Gefälle von ca. 2 bis 4 % mit einzuarbeiten. Tragschichten aus Schotter 0-32 mm geben der Pflasterung die nötige Stabilität. Wichtig dabei ist, dass der gesamte Oberbau und Unterbau wasserdurchlässig sein muß !! Es darf kein Bindemittel (Zement, Kalk usw.) eingmischt werden.


  5. Herstellung des Pflasterbettes (Bettung)
    Als Bettungsmaterial sind nicht abfär- bende (lehmfreie)  Mineralien  einzu- setzten.
    Geeignet sind:
       1. Sand 0/2 oder 0/4 mm
       2. Splitt 1/3 mm
       3. kornabgestuftes (Brech)Sand-
           Splittgemisch 0/5 oder 0/8 mm

    Anmerkung: Als Bettungsmaterial hat sich ein kornabgestuftes (Brech)Sand- Splittgemisch 0/5 oder 0/8 mm bestens bewährt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich in diesem Bettungsmaterial Ameisen kaum festsetzen können und Unkrautwuchs stark eingeschränkt
    werden kann.
    Die Bettungsdicke muß 3-5 cm betra- gen und muß absulut eben engebracht werden. Das Pflasterbett darf nicht betreten oder verdichtet werden, denn es muß unter anderem die er- laubten Maßtoleranzen des Pflaster- steines ausgleichen. Die Verdichtung erfolgt erst nach der Verlegung und ersten Verfugung der Pflasterdecke. Durch diesen Verdichtungsvorgang soll erreicht werden, dass ein Teil des Bettungsmaterials von unten in die 3 mm Fugen  eindringt und diese stabilisiert.

    Bei der Berechnung der Bettungsdicke muß berücksichtigt werden, dass sie durch das spätere Verdichten der Pflasterfläche ca.
    0,5 bis 1 cm zusammengedrückt wird.

    Im Idealfall, und das sollte auch angestrebt werden,
    ist die verdichtete Bettungshöhe 3 cm.





  6. Die Verlegung von Pflastersteinen
    Pflastersteine müssen fluchtgerecht, höhengleich und im vorgeschriebenen Muster bzw. Verband verlegt werden. Bei der Verlegung ist auf die Ausbildung gleichmäßig breiter Fugen von 3 bis 5 mm unbedingt zu achten. Der untere Wert darf nicht unterschritten werden, damt eine vollständige Füllung mit dem Fugenmaterial ereicht werden kann. Der obere Wert sollte nicht überschritten werden, damit sich das Fugenmaterial gut verfestigen kann. Die Steine werden von der verlegten Fläche aus verlegt, und kontinuierlich mit Fugenmaterial verfugt. Das vorbereitete Pflasterbett darf nicht betreten werden. Das fortlaufende Verfugen gewährleistet, dass sich der Fugenabstand wärend des Verlegens nicht verschiebt. Betonpflaster- Steine werden heute bereits überwiegend mit Abstandshilfen (sogenannte Nocken) von ca. 1,5  mm geliefert. Sie dienen lediglich als Verlegehilfe und ermöglichen eine maschinelle Verlegung. Die Fugenbreite von 3-5 mm ist unbedingt einzuhalten.


  7. Verfugen und Einrütteln
    Das Schließen der Fugen muß kontinuierlich mit dem Fortschreiten der Verlegung erfolgen. Um unnötige Verschmutzungen zu vermeiden muß das Fugenmaterial frei von jeglichen Verunreinigungen (z.B. Lehm) sein. Desweiteren soll das Fufenmaterial trocken sein, damit es in die Fugen eingefegt werden kann. Nasses Material läßt sich nur unzureichend einfegen. Bei der Wahl des Fugenmaterials ist zu berücksichtigen, dass der Kornaufbau so gewählt wird, dass eine Verrieselung in die Bettung herhindert wird. Geignet sind:
      1. lehmfreier gewaschener Sand 0/2,
      2. lehmfreier gewaschener Sand 0/4
      3. Hartgestein-Splitt 1/3
      4. Brechsand-Splitt Gemisch 0/5
    Vor dem Abrütteln muß das Fugenmaterial restlos abgekehrt werden. Verbleibender Sand würde unschöne tiefe Kratzer auf der Betonoberfläche hinterlassen. Der absulut trockene und saubere Belag wird vom Aussenbereich zur Mitte hin mit einer geeigneten Rüttelplatte bis zur Standfestigkeit eingerüttelt. Farbige und veredelte (z.B sandgestrahlte) Steine dürfen nur mit Kunststoffschild abgerüttelt weren.
    Geeignette Flächenrütter sind für

    Steinhöhe von 6 cm           -- Flächenrütteler mit einem Betriebsgewicht von
                                             ca. 130 Kg und einer Zentrifugalkraft von 18 bis
                                             etwa 20 kN
    Steinhöhe von 8-10 cm      -- Flächenrütteler mit einem Betriebsgewicht von
                                             ca. 170 bis 200 Kg und einer Zentrifugalkraft von
                                             20 bis etwa 30 kN
    Steinhöhen von über 10 cm -- Flächenrütteler mit einem Betriebsgewicht von
                                             ca. 200 bis 600 Kg und einer Zentrifugalkraft von
                                             18 bis etwa 30  bis 60 kN
    Danach sind die Fugen erneut zu verfüllen.


  8. Reinigung und Pflege
    Als letzter Arbeitsgang ist die neu verlegte Fläche noch von Verunreinigungen, die bei den Verlegearbeiten entstanden sind, zu befreien. Wir empfehlen hierfür unseren “Betonkraftreiniger” in einer Verdünnung von 1 zu 5 einzusetzen.
    Entfernt werden nicht nur Verunreinigungen sondern auch  Ausblühungen (weißgrauer Belag). Bei stärkeren Ausblühungen ist dieser Vorgang zu wiederholen.
    Arbeitsweise: Die Betonfläche ist gut vorzunässen (der Stein soll sich mit Wasser vollsaugen), damit der Reiniger nur an der Oberfläche wirkt und nicht in den Stein eindringen kann. Es dürfen jedoch keine Pfützen entstehen.
    Beginnen Sie am tiefsten Punkt der Fläche und sprühen oder streichen Sie nur so viele m² ein, die Sie innerhalb von 2 Minuten mit einem Schrubber oder harten Besen abscheuern können. Nach 2 Minuten muß das Reinigungsmittel abgespült werden.
    Hinweis: Bei farbigem Betonpflaster (Platten) ist darauf zu achten, dass das Reinigungsmittel nicht die Farbe der Belages annimmt. In diesem Fall ist mit einer stärkeren Verdünnung zu arbeiten. -- Betonfarbe ist nicht säureresistent --



    Imprägnierung
    Nachdem die Pflasterung von allen Verunreinigungen und Ausblühungen befreit ist solten Sie die Oberfläche schmutzabweisend imprägniereen. Wir empfehlen hierfür unseren > Betonsteinschutz neutral <. Dieses Produkt verändert das Erscheinungsbild der Pflasterung in keiner Weise und ist richtig angewendet absolut unsichtbar.
    Arbeitsweise: Dieses Produkt darf erst eingesetzt werden, wenn der Beton trocken ist. Je trockener er ist, um so wirkungsvoller ist der Betonsteinschutz. In der Praxis hat sich eine Wartezeit von etwa 3-5 Tagen (ohne Regen) bewährt.
    Der > Betonsteinschutz neutral < wird unverdünnt, gleichmäßig im Streich, Roll oder Sprühverfahren aufgetragen. z.B. mit einer Gartenspritze oder einer Lackiererrolle (Schaumstoffrolle) . Pfützenbildung ist unbedingt zu vermeiden. Die Auftragsstärke ist stark abhängig von der Saugfähigkeit des Betonproduktes und liegt zwischen 60 und 250 Gramm pro m². Ein einmaliger Auftrag ist in der Regel ausreichend.